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KALIBRATION VON SENSOREN
KALIBRATION DER FEUCHTESENSOREN
Zur Kalibration von Feuchte-Sensoren benötigt man ein großes
Gefäß (Topf, Eimer), dessen Boden mit ca. 2-3cm gesättigter
NaCl-Lösung bedeckt sein sollte. Die gesättigte NaCl-Lösung
stellt man folgendermaßen her: Jene Menge Wasser, die das
Gefäß ca. 2-3cm bedeckt, wird leicht erwärmt
(30-40°C reicht aus) und dann normales Speisesalz beigegeben.
So lange rühren, bis sich das Salz nicht mehr auflöst.
Je nach Wassermenge sind dazu durchaus beachtliche Mengen (bis
zu 1kg) notwendig. Dann lässt man diese Lösung wieder
auf Raumtemperatur abkühlen.
Dann bringt man den Feuchte-Sensor knapp über den Flüssigkeitsspiegel
an (er sollte natürlich so gesichert sein, dass er keinesfalls
ins Wasser fallen kann, sonst... ). Am besten legt man irgendwelche
schweren (Metall)-Teile ins Wasser und darauf den Sensor. Nun
sollte der Sensor nach einiger Zeit (durchaus einige Stunden!)
konstant 76% relative Luftfeuchte anzeigen. Man sollte aber nicht
zuviel "Wind" im Gefäß machen, damit die
Luftschichtungen über der Flüssigkeit nicht gestört
werden.
Warum funktioniert das so?
Über einer gesättigten Salzlösung stellt sich
eine konstante Luftfeuchtigkeit ein. Mit anderen Salzen kann
man andere Werte (11 bis 99%) einstellen. Diese Salze sind aber
zum Teil sehr schwer erhältlich oder sehr teuer. NaCl ist
aber in jedem Haushalt vorhanden, denn normales Speisesalz besteht
fast ausschließlich aus NaCl (die Zusätze spielen
keine nennenswerte Rolle).
Klingt kompliziert, ist aber sicher ganz einfach. Ich habe meine
Feuchte-Sensoren der WS2000 Funk-Wetterstation mit verschiedenen
Salzlösungen (an meiner Arbeitsstelle der Technischen Universität
Wien liegen zum Glück einige solche Sachen herum) in dieser
Art und Weise überprüft und herausgefunden, dass sie
überraschend genau arbeiten (ca. +/- 2 bis 4% rel. Feuchte
im Bereich von 30 bis 90% rel. Feuchte, was für solche relativ
billigen Fühler sehr gut ist!).
Relative Luftfeuchtigkeit über einer gesättigten
Salzlösung:
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Temperatur in °C |
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10 |
20 |
30 |
40 |
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Bezeichnung |
Formel |
relative Luftfeuchtigkeit in % |
|
Kaliumsulfat |
K2SO4 |
98 |
97 |
96 |
96 |
|
Kaliumnitrat |
KNO3 |
95 |
93 |
91 |
88 |
|
Kaliumchlorid |
KCl |
88 |
86 |
84 |
82 |
|
Natriumclorid |
NaCl |
76 |
76 |
75 |
75 |
|
Ammoniumnitrat |
NH4NO3 |
73 |
65 |
59 |
53 |
|
Natriumbichromat |
Na2Cr2O7 |
58 |
55 |
52 |
50 |
|
Kaliumcarbonat |
K2CO3 |
47 |
44 |
43 |
42 |
|
Magnesiumchlorid |
MgCl2 |
34 |
33 |
33 |
32 |
|
Kaliumazetat |
CH3COOK |
21 |
22 |
22 |
20 |
|
Lithiumclorid |
LiCl |
14 |
12 |
12 |
11 |
! ! ! ! WICHTIGER HINWEIS ! ! ! !
Der Autor hat seine Versuche nur mit den Salzen NaCl und KNO3
gemacht. Erfahrungen mit den anderen Salzen liegen nicht vor.
Bitte unbedingt einen Sachkundigen (Chemiker!) beiziehen. Es
kann vom Autor keinerlei Aussage bezüglich der Giftigkeit
oder Reaktionsfreudigkeit (Explosionsgefahr!) der Salze gemacht
werden. Unbedingt die entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen
beim Umgang mit Chemikalien beachten!!
ÜBERPRÜFUNG DER TEMPERATURSENSOREN
Das Gehäuse der Sensoren der WS2000 Funk-Wetterstation,
egal ob Innen- oder Außenfühler, stellt das größte
Problem bei einer Überprüfung der Sensoren dar. Einen
Referenzsensor nur neben den WS2000-Sensor zu legen, reicht sicher
nicht aus. Unterschiedliche Abstrahlungswerte führen ohne
weiteres zu einem Fehler von einigen Zehntelgrad!! Am besten
ist es, den Sensor der WS2000 mit einem Kabel zu verlängern
und in ein kleines Metallröhrchen mit Epoxid-Kleber o.ä.
wasserfest zu vergießen (siehe unten). Solch ein Sensor
kann in einem Wasserbad gut und relativ einfach kalibriert werden
KALIBRATION DER TEMPERATURSENSOREN
In ein gut isolierendes Gefäß (z.B.: Thermoskanne)
ein Wasser-Eiswürfel-Gemisch geben und einige Zeit warten.
Die Eiswürfel sollten etwas zerkleinert werden. Diese Wasser-Eis-Mischung
hält über längere Zeit (bis alle Eiswürfel
geschmolzen sind) genau 0,0°C. Dann in dieses Gefäß
Wasser mit ca. 36-40°C einfüllen und mit einem (digitalen)
Fieberthermometer messen, welches auch auf 0,05 bis 0,1°C
genau sein sollte. Wenn ein wirklich genaues Thermometer zur
Verfügung steht, so kann man noch viele Messungen bei anderen
Temperaturen vornehmen. Aus dem Vergleich der angezeigten Werte
kann man dann sehr gut eine Korrekturfunktion ermitteln. So habe
ich alle meine Sensoren der ELV WS20000 kalibriert und war eigentlich
überrascht, wie genau diese waren (Fehler+/-0,5°C zwischen
0 und 40°C!!). Diese Kalibration kann natürlich nur
mit wasserdichten Außensensoren bzw. umgebauten Innensensoren
(siehe unten) durchgeführt werden. Wenn man es sehr genau
machen möchte, kann man sowohl für das Wasser als auch
für die Eiswürfel destilliertes Wasser verwenden. Die
Qualität, die man in Baumärkten für Bügeleisen
oder Autobatterien bekommt, reicht vollkommen aus. Profigeräte
werden über sogenannte Tripelpunktzellen kalibriert. Der
"Tripelpunkt" ist jener Punkt im Phasendiagramm des
Wassers, bei der alle 3 Aggregatzustände, also fest, flüssig
und gasförmig gleichzeitig vorliegen. Er liegt bei 0,01°C
und einem Druck von 610Pa. Für uns Amateure reicht aber
die Genauigkeit des Eispunktes des Wassers (0,0°C) bei einem
Druck von ca. 1000hPa völlig aus.
KALIBRIERFAKTOREN
Von der Hardware her können die Sensoren nicht kalibriert
werden. Auch die Originalsoftware ist nicht dafür eingerichtet
(leider, wäre ja gar nicht so viel Aufwand für jeden
Sensor zwei Konstante im Programm bereit zu stellen). Man kann
nur die Daten exportieren und dann in einem eigenen Programm
(z.B. Excel) Korrekturfunktionen anwenden.
KALIBRATION DES REGENMESSERS
Bei der Kalibration des Regenmessers ist es wichtig, das Wasser
nicht zu schnell in den Messtrichter zu schütten. Denn bei
einem "normalen" Regen ergeben sich Werte von einigen
Litern pro Quadratmeter an einem Tag. Bei starken Gewittern können
es einige zehn Liter (bis zu hundert) in einer Stunde sein. Trotzdem
ist "hineinschütten" zu schnell, denn das ergibt
ja einige Liter pro Sekunde. Das kommt in der Natur (zum Glück!)
nicht vor. Man sollte die (möglichst genau gemessene!) Wassermenge
also sehr langsam in den Trichter laufen lassen, was durchaus
ein Geduldspiel sein kann. Ich habe mehrere Regenmessgeräte
so kalibriert. Am besten geht es mit einer Schlauchklemme, wie
sie in der Medizin für Infusionen verwendet werden. Damit
kann die Eintropfgeschwindigkeit sehr genau eingestellt werden.
Es reicht aber auch, wenn man innerhalb von 15-30min 1/8 Liter
Wasser langsam eintropfen lässt. Die Berechnung kann genau
so erfolgen, wie sie im Manual zur WS2000 angegeben ist. Probleme
gibt es mit diesen Wippenombrometern aber bei geringen Niederschlagsmengen.
Wenn nur wenige Tropfen in den Trichter fallen und eine Wippe
nur teilweise gefüllt ist, aber noch nicht kippt, so entgeht
der Elektronik ein Impuls. Oder die Wippe ist von einem vorhergehende
Regen noch teilweise gefüllt, so spricht die Elektronik
bereits früher an. Weiters gibt es oft Probleme mit Verschmutzungen
des Trichters: eine dicke Staubschicht muss von den ersten Tropfen
erst "weggewaschen" werden. Daher ist es empfehlenswert
den Trichter öfters (einmal pro Monat) gut zu reinigen.
Wenn Bäume in der Nähe stehen, kann es im Herbst notwendig
sein, täglich die Blätter zu entfernen.
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